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Das zweite Buch von IBiS, dem Verein für "Interkulturelle Bildung
und Soziale Arbeit im Stadtteil" in Freiburg, mit dem Titel "Vakeres Romanes?
- Sprichst du Romanes?" ist seit Februar dieses Jahres erhältlich.
Nach dem Erstling "Wie der zweite Mond verschwand", dem bundesweit ersten,
siebensprachigen Kinderbuch mit Vorlese-CD aus dem Jahr 2003, betritt der
Verein erneut Neuland: IbiS dokumentiert Leben und Alltag einer stigmatisierten,
ethnischen Minderheit in Deutschland - in deutscher Sprache und in Romanes.
Und bleibt damit seinem Grundsatz treu, die vorhandene Sprachvielfalt wertzuschätzen
und sie als Normalität in Deutschland zu versinnbildlichen.
Zum Inhalt des Buches:
Das Buch beleuchtet die Lebenssituation einer ethnischen und als
"Zigeuner" stigmatisierten Minderheit aus bewusst subjektiver Perspektive:
Roma-Jugendliche, die mit ihren Familien aus dem Kosovo geflüchtet
sind und seit vielen Jahren als "geduldete" Flüchtlinge zumeist in
Sammelunterkünften leben, erzählen darin aus ihrem Leben.
Das 74-Seiten dicke Buch ist in knapp einjähriger Projektarbeit
von Ursula Birgin (Lehrerin) und Monika Wieczorek (Künstlerin)
mit 18 Roma-Jugendlichen gemeinsam geschrieben und gestaltet worden. Die
Jugendlichen haben die Themen zusammengestellt, Interviews geführt,
Texte geschrieben und einen großen Teil des bildnerischen Materials
für das Buch produziert.Deshalb ist es ein authentisches und lebensnahes
Dokument und gewährt Einblicke in eine weitgehend unbekannte Gemeinschaft.
"Vakeres Romanes? - Sprichst du Romanes?" ist zweisprachig in Deutsch-Romanes
verfasst. Die Zweisprachigkeit durchbricht die "Unsichtbarkeit" des Romanes,
das lange Zeit eher eine mündliche Sprache war. Ziel der Übersetzung
war es, einen für alle Roma weltweit lesbaren Text zu schaffen, der
die unterschiedlichen Dialekte vereint und einer einheitlichen Kommunikation
dient. Weil es nur sehr wenige Bücher in Deutsch-Romanes gibt, ist
es auch gut für den Sprachunterricht geeignet.
Das Buch stellt nicht Bürgerkrieg und Asylsituation in den
Mittelpunkt, sondern den Alltag der Roma-Jugendlichen: Familie, Liebe,
Traditionen, Feste, Wünsche und Sehnsüchte der 10- bis 18-Jährigen.
Sie sind gekennzeichnet durch ein Festhalten an Traditionen, Kultur und
Religion der Roma und auf der anderen Seite durch eine Suche nach eigenen,
"westlich" geprägten Lebensweisen. Ein Riss, der oftmals quer durch
die Familien geht und eine Gradwanderung zwischen Vertrautem und Fremden
darstellt.
- Das Buch ist auch gut geeignet für die (pädagogische) Arbeit
mit Jugendlichen in Schulen und Jugendzentren, weil es die kaum bekannte
Lebenssituation jugendlicher Roma mitten in Deutschland dokumentiert und die
Frage aufwirft, wie unsere Gesellschaft heute mit einer ethnischen Minderheit
umgeht, deren Angehörige bereits im Dritten Reich als "Zigeuner" verfolgt
und zu Hunderttausenden getötet wurden - und wie sich Antiziganismus
als eine Form der Ausländerfeindlichkeit heute bekämpfen lässt.
- Das Buch ist recht bunt und "jugendlich" aufgemacht, in einfachen
und kurzen Sätzen geschrieben und enthält viele Fotos, Zeichnungen
und einen Comic, der von den Jugendlichen selbst gezeichnet wurde. Das Layout
wurde von Grafikerin Julia Daiber und Künstlerin Monika Wieczorek
entwickelt, unterstützt von Vorschlägen der Jugendlichen.
Finanziell unterstützt wurde das Buch vom Auswärtigen Amt,
dem Verein zur Unterstützng des Roma-Volkes und der Sparkasse Freiburg.
Bestelladresse:
"Vakeres Romanes? - Sprichst du Romanes?"
Zweisprachig Deutsch-Romanes, 74 Seiten dick, mit vielen Fotos,
Zeichnungen und einem Comic.
Preis: 10 Euro plus Versand.
Auch das siebensprachige Kinderbuch "Wie der zweite Mond verschwand"
ist für 10 Euro bei IBiS erhältlich.
Bei Sammelbestellungen wird Rabatt gewährt.
Beide Bücher zusammen 18 Euro.
Bestelladresse:
IBiS, Schwarzwaldstr. 2, 79102 Freiburg, Tel. 0761-472270
E-Mail: mail@ibis-freiburg.de
www.ibis-freiburg.de
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"Vakeres Romanes? - Sprichst du Romanes?"- Roma-Jugendliche
erzählen ihr Leben
herausgegeben vom Verein für Interkulturelle Bildung und soziale
Arbeit"(IBiS) in Freiburg
18 Kinder und Jugendliche haben ein Buch gemacht. Darin erzählen
Hirisha, Makfiret, Diwana, Naim, Emrak und viele andere Episoden aus ihrem
Leben: Tagesabläufe, Stress mit Eltern, Liebe, Hoffnungen, Berufswünsche
und Sehnsüchte. Ein knappes Jahr lang haben die Jugendlichen
mit großem Eifer, Engagement und Leidenschaft daran gewerkelt,
Interviews geführt, fotografiert, gebastelt, gemalt und gezeichnet.
Serduan, Islam, Emrak, Naim, Samir und Valon haben für einen
Comic drei Monate lang wöchentlich drei bis vier Stunden gearbeitet,
nach der Schule, am Wochenende. Zum Thema Liebe haben die Mädchen Herzen
gebacken, dekoriert und als Bilder inszeniert.
Es ist es ein besonderes Buch, weil diejenigen, die es gemacht haben,
ein besonderes Leben führen, das sich vom Leben anderer junger
Menschen unterscheidet. Denn die Jugendlichen leben in einem Wohnheim
einer Stadt. Sie sind mit ihren Eltern aus dem Kosovo geflüchtet.
Manche leben erst seit zwei Jahren in Deutschland, andere schon
fünf Jahre, manche noch länger. Wie lang sie noch bleiben
können, weiß niemand. Doch dass niemand in den Kosovo zurückkehren
will, darin sind sich alle einig. Denn die Buchmacher gehören zur
ethnischen Volksgruppe der Roma. Und die sind im Kosovo unerwünscht.
Ihre Häuser wurden verbrannt, ihre Angehörigen verfolgt.
Auch in Deutschland will man mit "Zigeunerkindern" nichts zu tun haben.
Auch davon wird in dem Buch erzählt. Das übrigens ohne Hilfe
niemals das Licht der Welt erblickt hätte. Geholfen hat der Verein"Interkulturelle
Bildung und Soziale Arbeit im Stadtteil" (IBiS), der seit vielen Jahren
Stadtteilarbeit mit Migranten macht. Ursula Birgin von IBiS und Künstlerin
Monika Wieczorek haben in einjähriger Projektarbeit das Buch
gemeinsam mit den Jugendlichen geschrieben und gestaltet. Geholfen hat
aber auch die Günter Grass-Stiftung und das Auswärtige Amt
mit finanzieller Unterstützung. So ist ein ganz besonders Buch
entstanden, ein Buch das nicht nur in deutscher Sprache, sondern
auch in Romanes verfasst ist - die Sprache der Roma. Deshalb trägt
es den Titel "Vakeres Romanes? - Sprichst du Romanes?"
Die Roma leben in der ganzen Welt verteilt und haben viele Dialekte.
Das Buch versucht, eine gemeinsame Sprache für alle zu finden.
So kann es auf der ganzen Welt von Roma gelesen werden. Nun
ist das recht farbige und bilderreiche Buch fertig. Und kann gelesen
werden.
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